Psychologie
Quantum – Das Feld aller Möglichkeiten
Der Mensch ist lediglich ein Ausdruck seines Glaubens. Unsere Gedanken formen die Realität. Wenn wir nur fest genug und ohne jeden Zweifel daran glauben, vermögen wir die Grenzen des Möglichen aufzuheben.
Phineas Parkhurst Quimbys (erfolgreicher amerikanischer Geistheiler) Werk bildet heute die Grundlage der sogenannten Neugeist-Bewegung, die bereits zahlreiche spirituelle Lehrer hervorgerbacht und inspiriert hat – insbesondere Rhonda Byrne (The secret) und Bärbel Mohr (Bestellungen beim Universum). Durch Affirmationen und Visualisierungen sollen die Wahrnehmung und das Denken so nachhaltig beeinflusst werden, dass sich dadurch die Wirklichkeit verändert. Dieses Manifestieren bedeutet wörtlich übersetzt, etwas „handgreiflich“ oder „sichtbar machen“, und meint eine Geisteshaltung des Glaubens; sie verlangt, dass wir so reden, fühlen, handeln, als sei das Gewünschte – das, was wir manifestieren und damit greifbar machen möchten – bereits eingetreten. Es ist, wie auch Jesus zu seinen Jüngern sprach: „Alles, worum ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil“ (Markus 11-4).
Tatsächlich untermauern immer neue Erkenntnisse aus Quantenphysik, Quantenbiologie und Mathematik die These, dass es vor allem die Kraft unserer Überzeugungsmuster ist, die uns zu dem macht, was wir zu sein glauben. Und das gilt für alle Lebensbereiche – von unserer Gesundheit über die Liebe bis zum Erfolg. Der Haken an der Sache ist: Ein Großteil dieser Überzeugungsmuster ist überholt oder schlichtweg falsch, denn 90 Prozent von ihnen werden in den ersten sechs Lebensjahren festgelegt, bleiben dann aber unangetastet über Jahrzehnte bestehen. Verantwortlich dafür ist vor allem ein bestimmtes Gehirnareal, dass Informationen filtert und nur jene ins Bewusstsein überstellt, die bestehende Glaubenssätze bestätigen – das retikuläre Aktivierungssystem (RAS).
Die Menschen glauben, sie würden sehen, was wirklich da ist – aber sie irren sich.
Das RAS ist darauf ausgerichtet, drei Arten von Informationen zu verarbeiten – nämlich emotionale, neuartige und überlebenswichtige Informationen. Sprich: Es ist ununterbrochen damit beschäftigt, gezielt Daten zu erfassen, die Themenbereiche stützen, die in unserem Denken fest verankert sind. Je aktiver wir also an etwas Bestimmtes denken, desto konzentrierter richtet das RAS seinen Fokus darauf, entsprechende Informationen aufzuspüren. Ein Beispiel: Wir interessieren uns für einen bestimmten spirituellen Lehrer – und bekommen unverhofft sein neues Buch geschenkt; stellen fest, dass unsere Kollegin bereits zwei Seminare bei ihm besucht hat, und bemerken auch ansonsten lauter Synchronizitäten. Zufall? Keineswegs. Sondern lediglich die nahezu unfehlbare Leistung des RAS.
Im Umkehrschluss bedeutet das: Wenn wir eine bestimmte Information bewusst in unserem Denken verankern, wird das RAS diesem Impuls folgen. Genau diesen Umstand nutzt das Prinzip der Manifestation. Theoretisch bombardieren wir dabei das RAS so lange mit unserer Vorstellung vom Gewünschten, bis es dieses Gewünschte schließlich als neuen Glaubenssatz installiert und alle relevanten Informationen filtert, die zum Gelingen – „zum Handgreiflich-Machen“ – notwendig sind. Der ideale Zeitpunkt zum Manifestieren ist laut dem Neugeist-Autor Neville Goddard übrigens dann, wenn wir uns in einem „schlafähnlichen Zustand“ befinden, da unsere Gedanken ungehindert ins Unterbewusstsein eindringen. Entscheidend sind dabei zwei Dinge: Das RAS reagiert nicht auf das, was wir denken, sondern nur auf das, was wir fühlen. Und: Nicht Worte wirken, sondern Bilder. Es wird daher als Schlüssel zum erfolgreichen Manifestieren erachtet, sich so detailliert wie möglich vorzustellen, ein Wunsch sei bereits erfüllt.
Ansonsten gelten im Wesentlichen drei Schritte: In „The Secret“ werden sie als Anfrage, Glaube und Empfangen bezeichnet. Der erste Schritt bezeichnet dabei eine klar formulierte Anfrage: Was will ich wirklich? Je detaillierter die Anfrage, desto präziser die Ergebnisse. Und bereits bei dieser ersten Ausformulierung ist entscheidend: Die Anfrage soll so ausgedrückt werden, als sei sie bereits erfüllt worden. Hilfreich kann es sein, den Wunsch dazu niederzuschreiben – etwa so: „Ich bin glücklich und dankbar, dass (hier den Wunsch einfügen)“. Eine Anfrage ist gestellt, wenn man seinen Wunsch deutlich vor seinem inneren Auge verwirklicht sieht. Ab diesem Zeitpunkt ist dieser Schritt abgeschlossen und soll nicht wiederholt werden.
„Betrachte deinen Wunsch als erfüllt. Lass es einfach geschehen. Mach dir keine Sorgen und kümmere dich nicht. Denk nicht daran, dass dir etwas fehlt. Denk daran, als ob die gewünschte Sache sich schon in deinem Besitz befindet“. Es folgt der zweite Schritt – Glaube. Der Glaube, unser Wunsch sei bereits erfüllt. Klingt simpel, ist es aber nicht. Eine Überzeugung ist nur dann eine Überzeugung, wenn sie nicht angezweifelt werden kann. Und genau das ist es: Wer manifestieren möchte, muss an das Unsichtbare glauben – ohne jeden Zweifel. Und wieder gilt: Dieser Glaube muss sich auf das Jetzt beziehen. Wer sich vorstellt, ein Wunsch geht irgendwann in Erfüllung, gewinnt nicht die Unterstützung des RAS, sondern sorgt im Gegenteil dafür, dass unser Gehirn den Wunsch als genau solchen deklariert – einen bloßen Wunsch. Nicht aber als eine Realität, die es zu untermauern gilt.
Der dritte Schritt schließlich ist das Empfangen und meint noch einmal ausdrücklich, dass wir fühlen sollen, als sei das gewünschte bereits empfangen worden: Wie fühlen wir uns dabei, wie sehen wir aus, was tun wir in dem Moment? Malen wir uns die Freude aus mit jeder Faser unseres Körpers! Vermögen wir es also doch, die Grenzen des Möglichen aufzuheben? Die Antwort lautet noch immer: Ja – und nein. Denn tatsächlich besitzen wir die Macht, mit unseren Gedanken die Realität zu formen – und sei es nur unseren eigenen kleinen Ausschnitt der Realität. Unbestreitbar hingegen ist: Wir alle sind ein Ausdruck unseres Glaubens. Gelingt es uns also, überholte Überzeugungen durch etwas Größeres zu ersetzen – dann heben wir in der Tat Grenzen auf und machen alles möglich. Sogar den Weltfrieden….