Claudia Haak 

Psychologie

 


Stelle dir vor, wie du dich für Inspiration und Transformation und dafür öffnest, dass deine Vision sich in ihrer höchsten Form ohne jeden Widerstand entfaltet. Gehe in die Stille und erfahre die Realisierung deiner Vision als Energiegefühl, als Schwingung, die dich durchströmt. Und dann lasse los und vertraue.

Das ist intelligente Liebe – dass du eine Vision in deinem Herzen so selbstverständlich fühlst, als sei sie schon Realität. Wenn du in Harmonie mit dem bist, was ist und was du dir wünschst, dann kannst du einen Zustand aufbauen, der der liebevollen Intelligenz entspricht. Und dann geschieht Transformation in dir: Dein begrenztes Ich weitet sich in dein wahres Selbst hinein.

Der entscheidende erste Schritt, den du in der Meditation tust, besteht darin zu erkennen, dass du nicht deine Gedanken, Überzeugungen und Gefühle bist, sondern dass du sie beobachten kannst, ohne darauf zu reagieren. So lernst du dich kennen und übst, dich mit dem vertraut zu machen, was in dir vorgeht.

Im zweiten Schritt hilft Meditation dabei, still zu werden, den Verstand hinter sich zu lassen und dadurch Zugang zum Unterbewusstsein zu bekommen – und damit auf die Ebene zu wechseln, der unsere äußere Erfahrungswelt entspringt, wo Veränderung überhaupt nur möglich ist, um dort neue Impulse zu setzen, die sich dann in der äußeren Welt neu entfalten und unsere Erfahrungen verändern können. Denn hier im Unterbewusstsein sitzen ja all die alten Glaubenssätze und Gewohnheiten, die uns daran hindern, das Leben zu leben, das heute zu uns passt und uns guttut. In der Meditation lernst du dein altes Ich in seiner Wirkweise kennen, ohne die Impulse auszuagieren.

Alphawellen sind zum Beispiel aktiv, wenn wir Tagträumen und uns in unserem Inneren etwas vorstellen. Sie sind das Eintrittstor zur Meditation. Sie dienen als Brücke, damit Informationen aus dem Theta-Bereich (unserem Unterbewusstsein) in unser Wachbewusstsein gelangen können. Thetawellen wiederum kommen besonders im Traum (REM-Schlaf), bei Gipfelerfahrungen und während kreativer Zustände vor. Im Theta-Bereich finden sich unsere unbewussten oder unterdrückten seelischen Anteile, aber auch unsere Kreativität und Spiritualität. Thetawellen allein bleiben unbewusst; erst, wenn Alpha-Wellen dazukommen können wir ihre Inhalte bewusst wahrnehmen oder uns erinnern.

Durch die Meditation können wir uns also in einen Zustand bringen, in dem wir Eintritt in das Reich unsers Unterbewusstseins finden, ohne dort hinein- und wegzusinken. Wir können entspannen und gleichzeitig gestalten. Und zwar in einem Ausmaß, dass sogar körperliche Veränderungen möglich sind.

Visualisierst du Bilder und Visionen, die in dir Gefühle wie Liebe, Ruhe, Frieden oder Erfüllung erzeugen, werden sich diese Emotionen in der Realität einstellen.

Wichtig ist, dass du beim Meditieren gerade sitzt und dass deine Wirbelsäule aufrecht ist. Genauso gut kannst du – theoretisch zumindest – auch im Liegen meditieren. Die beste Zeit für die Meditation ist morgens früh oder abends vor dem Einschlafen – am besten, du meditierst zu beiden Zeiten.

Der Morgen legt die Grundstimmung für den Tag fest und der Abend steuert die Lern- und Verarbeitungsprozesse, die im Schlaf ablaufen.

Wenn du dich auf deinem Platz gut eingerichtet hast, dann schließe di Augen und lasse die Welt da draußen langsam los. Das geht am besten, wenn du allem, was dich noch beschäftigt – Geräusche, Gedanken, Körperempfindungen – keinen Widerstand entgegensetzt, sondern alles entspannt wahrnimmst und so sein lässt, wie es ist. Wenn du die Augen schließt und dich, so gut es geht, von der äußeren Welt mit all ihren Reizen trennst, gibt es weniger Stimulation und weniger sensorische Informationen für dein Gehirn. Wenn du dann ruhige Musik spielst oder Ohrstöpsel trägst, gibt es noch weniger Futter für die Nervenzellen, und du trennst dich noch mehr von deiner gewohnten Umwelt.

Ein guter Anker, um beim Beobachten der Impulse im Kopf und Körper zu bleiben, ist der Atem.