Claudia Haak 

Psychologie

 


Über die Ursache von Ärger und Groll
Situationen machen nicht unglücklich oder wütend. Deine Gedanken machen dich unglücklich. Deine Interpretation, die Geschichten, die du selbst dazu erfindest, macht dich unglücklich.

Wann immer es dir möglich ist, schaue nach innen. Dann wirst du sehen, ob du unbewusst einen Konflikt zwischen Innen- und Außenwelt erzeugst. Zwischen deinen äußeren Umständen, in dem betreffenden Augenblick, an dem Ort, an dem du gerade bist. Oder mit jemandem, mit dem du gerade zusammen bist, oder mit dem, was du gerade tust. Und dann beobachte deine Gedanken, deine Gefühle. Spürst du wie schmerzhaft es ist, innerlich Widerstand zu leisten gegen das, was ist? Wenn du das erkennst, wenn du erwachst, wirst du auch feststellen, dass es dir jetzt freisteht, diesen unnützen Konflikt, diesen inneren Kriegszustand aufzugeben. Wie oft müsstest du täglich, wenn du deine innere Wirklichkeit in Worte fassen solltest, sagen: „Ich will eigentlich nicht da sein, wo ich gerade bin.“ Aber was für ein Gefühl ist das, nicht dort sein zu wollen, wo du dich gerade befindest?

Natürlich gibt es Orte, die man gern hinter sich lässt – und das ist manchmal auch das Vernünftigste. Doch häufig ist es unangebracht, wegzulaufen, oder sogar schlichtweg unmöglich. In solchen Fällen ist dieses „Ich will eigentlich gar nicht hier sein“ nicht nur nutzlos, sondern sogar kontraproduktiv. Es macht dich und andere unglücklich. Musst du wirklich jede Sinneswahrnehmung und jede Erfahrung mental etikettieren? Musst du eine von Reaktion beherrschte Beziehung der Hassliebe zum Leben haben, durch die du dich in einem fast ununterbrochenen Konflikt mit Situationen und anderen Menschen befindest? Oder, ist das nur eine tief sitzende mentale Gewohnheit, mit der du brechen kannst? Nicht indem du irgendetwas tust, sondern indem du zulässt, dass dieser Augenblick so ist, wie er ist.