Claudia Haak 

Partnerschaft



Beziehungen enthüllen, wer wir sind
Irgendwo auf der Welt muss es jemanden geben, der mir Liebe schenkt – so unser Wunschdenken. Wenn wir diese andere Hälfte finden, gründen wir unsere Beziehung auf einem sicheren Fundament. Scheitert das Projekt, werden wir es mit dem nächsten Partner versuchen – und uns der Illusion hingeben, dass dieses Mal alles anders wird.
Die buddhistische Vorstellung von Beziehungen dagegen weicht völlig von diesem Denkmuster ab. Eine Partnerschaft ist Sadhana: sie ist nicht eine Situation, die uns glücklich macht, sondern eine Möglichkeit, unsere Persönlichkeit zu entwickeln und Glück zu finden. Es ist vor allem der Weg der Zweisamkeit, der uns die Erfüllung schenkt. Diese Idee setzt sich inzwischen auch immer stärker in der westlichen Welt durch. Liebesbeziehungen erzwingen die Selbstanalyse, das innere Wachstum, aber auch den Kontakt mit unseren Verletzungen und den dunklen Seiten unseres Unterbewusstseins.
Partnerbeziehungen sind ein Spiegel unserer Beziehung zu uns selbst. Es dominieren nur zwei Gefühle: Liebe und Angst. Alle anderen Gefühle leiten sich von diesen ab. Alles, was nicht Liebe ist, ist Angst. Diese Angstgefühle öffnen uns dann für gravierende, negative Einflüsse. Um glücklich zu werden, müssen wir eine Haltung der Liebe einnehmen. Erfüllung hat damit zu tun, wie viel du gibst. Der tiefe Sinn einer Beziehung liegt darin, die eigenen Schwachstellen über den Partner gespiegelt zu bekommen, um daran zu arbeiten. Hier stehen wir vor den schwierigsten Prüfungen des Lebens. Hier können wir am meisten lernen und wachsen.
Der erste Schritt, um vom Ego zum Buddha-Bewusstsein zu gelangen ist nach innen gerichtet: Blicke in dich hinein, und verzeihe dir selbst. Bedingungslos.