Partnerschaft
Gemeinsam oder einsam
Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut. Ihn stört in seinem Lustrevier kein Tier, kein Mensch und kein Klavier…“ So beginnt das berühmte Gedicht von Wilhelm Busch „Der Einsame“. Leider ist es in aller Regel ganz und gar nicht so, dass es einsame Menschen guthaben, weil sie vielleicht endlich machen können, wozu sie Lust haben, ohne dabei von irgendjemand gestört zu werden. Wer das Gedicht von Wilhelm Busch ganz zu Ende liest, wird natürlich sehr schnell den Zynismus erkennen, der sich hinter den geschmeidigen Worten des großen Dichters verbirgt. Die Einsamkeit ist eine stille Epidemie in unserer westlichen Gesellschaft, die langsam und unaufhörlich voranschreitet. Immer mehr Menschen leiden darunter, dass sie noch nicht einmal jemanden haben, mit dem sie sprechen können. Wie muss sich nur ein solcher Mensch fühlen, wenn er von den großen Problemen der Menschheit in den Nachrichten hört, in denen von Naturkatastrophen, Kriegsgefahren, Mord und Totschlag berichtet wird. Ihn geht das alles nichts an, er leidet unendlich unter seiner Isolation, die noch schlimmer sein kann als mit anderen Menschen gemeinsam im Gefängnis inhaftiert zu sein. Er, der Einsame ist alleine mit sich, er ist sozusagen in seinem eigenen Gefängnis gefangen, in Einzelhaft, das Schlimmste, das man einer Kreatur, ob Mensch oder Tier, antun kann.
Wir leben in einer Zeit, in der sich alte familiäre Strukturen und andere enge Verbindungen immer mehr auflösen. Große Teile der Bevölkerung leben alleine. Oftmals haben sie, wenn überhaupt, nur ihren Partner und sind spätestens dann völlig auf sich alleine gestellt, wenn sie verwitwen. Durch die Überalterung der Gesellschaft wird das zum zentralen Problem. Aber auch junge Menschen ziehen zunehmend den Single-Haushalt vor.
Eigentlich alles schwer zu begreifen, da wir uns doch im Kommunikations-Zeitalter befinden, das das Industrie-Zeitalter abgelöst hat. Astrologisch hat gerade das Wassermann-Zeitalter begonnen, das noch ca. 2000 Jahre anhalten wird. Eine wichtige Losung dieses Zeitalters ist die Freundschaft, die Wahlverwandtschaft, die in Zukunft eine immer noch größere Rolle spielen soll. Wir müssen uns den Menschen gegenüber öffnen, immer wieder von Neuem. Dazu zwingt uns die Zeit, darin liegt die Chance der Zeit. Nur wer Vorurteile abbaut, toleranter wird, seine eigenen Begrenzungen sprengt, sozial handelt und denkt, innerlich lebendig und jung bleibt, wird einen natürlichen Schutz gegen die Seuche Einsamkeit haben.